Alte Landkarten

Das kartografische Hauptwerk des Johannes Gigas, bekannt unter dem Namen Kölner Atlas oder Atlas des Gigas, erschien 1620. Der Druckort ist nicht bekannt: Vieles spricht aber für Köln. Wie die Schaukarte widmete er den Atlas ausdrücklich dem Kölner Erzbischof Ferdinand von Bayern. Der Atlas enthält drei Karten des Erzbistums Köln, eine Karte des Herzogtums Westfalen, eine Karte des Bistums Paderborn, eine Karte der Diözese Corvey und zwei Karten des Bistums Münster, außerdem landeskundliche Texte und Bischofs- bzw. Abtslisten zu den jeweiligen Territorien. Von diesem Atlas sind nur wenige erhaltene Exemplare bekannt.

Das Frontispiz stammt aus einer 1620 erschienenen, überarbeiteten Ausgabe des Städtebuches „Civitas orbis terrarum“ (Städte der Welt) von Georg Braun und Franz Hogenberg, und zwar handelt es sich nicht um einen Nachstich, sondern um einen Abdruck von der originalen Platte, auf den der Titel des Kartenwerks von Gigas aufgeklebt wurde.

 

Stadtansichten von Münster, Osnabrück und Wesel aus dem Atlas des Johannes Gigas

Kupferstich und Radierung nach Johannes Gigas, um 1620/1621, alt koloriert, unsigniert und undatiert; Platte: 34,1 x 47,1 cm; Blatt: 41 x 52,5 cm

Kupferstich und Radierung nach Johannes Gigas, um 1620/1621, alt koloriert, unsigniert und undatiert; Platte: 34,1 x 47,1 cm; Blatt: 41 x 52,5 cm

 

Genau wie das Titelblatt erwarb Johannes Gigas diesen Druckbogen mit den Stadtansichten von Münster, Osnabrück und Wesel neben weiteren Bögen mit Stadtansichten von Hogenberg, um sie für sein Kartenwerk zu verwenden.

 

Pauluskarte des Bistums Münster aus dem Atlas des Johannes Gigas

Kupferstich und Radierung, alt koloriert, nach Johannes Gigas, um 1620/1621, unsigniert und undatiert; Platte: 40,3 x 49,5 cm; Blatt: 41,2 x 52,5 cm

Kupferstich und Radierung, alt koloriert, nach Johannes Gigas, um 1620/1621, unsigniert und undatiert; Platte: 40,3 x 49,5 cm; Blatt: 41,2 x 52,5 cm

Die genordete Karte des Bistums Münster ist in ein Brustbild des Bistumspatrons Paulus eingefügt. Die Ränder der Figur begrenzen den Kartenausschnitt, Nachbarterritorien sind nicht als Karten dargestellt, sondern werden nur durch Wappen angedeutet. Weder Gradnetz noch Maßstäbe sind vorhanden. Am rechten und linken Bildrand befinden sich Kartuschen, die allerdings bis auf die ganz rechts unten leer sind. In dieser Kartusche steht die Widmung des Gigas an den Erzbischof Ferdinand von Bayern

Es handelt sich um eine reine Schmuckkarte, ihr kartografischer Wert für die Landesbeschreibung, um die sich Gigas bei seinen Atlaskarten so außerordentlich bemühte, ist sehr gering. Das Exemplar des Fördervereins des Stadtmuseums e.V. ist in den Atlas eingebunden. Auch in einigen anderen Exemplaren des Atlasses ist sie zu finden, liegt aber auch als Einzelblatt vor. Das Blattmaß entspricht nicht ganz den Blattmaßen des Atlas. Aus allen diesen Indizien ist zu schließen, dass sie nicht für den Atlas, sondern als selbstständiges Blatt geschaffen wurde.

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