25 Jahre Stadtmuseum Münster an der Salzstraße

Teil 4: Das Stadtmuseum Münster von 2009 bis 2015: Neue Wege der Geschichtsvermittlung und die Schausammlung weiter im Umbau

von Lena Wandkowsky M.A.

Erfolgreiche Ausstellungen bis 2015:

Welchen Sinn hätte das Sammeln und Bewahren von Kulturgut, wenn es nicht erschlossen und vermittelt würde? Deshalb bleibt ein Museum besonders durch seine Dauer- und Wechselausstellungen, aber auch durch innovative und sich stets weiterentwickelnde museumspädagogische Angebote lebendig.

 Spielzeugausstellungen

(Linkes Foto) Bundeskanzlerin Angela Merkel als Barbiepuppe in der Ausstellung „BUSY GIRL - Barbie macht Karriere“ im Jahr 2009; (rechtes Foto) die Ausstellung „Manege frei für PLAYMOBIL! Zirkus- und Spielgeschichte(n)“ im Jahr 2013 im Stadtmuseum

(Linkes Foto) Bundeskanzlerin Angela Merkel als Barbiepuppe in der Ausstellung „BUSY GIRL – Barbie macht Karriere“ im Jahr 2009; (rechtes Foto) die Ausstellung „Manege frei für PLAYMOBIL! Zirkus- und Spielgeschichte(n)“ im Jahr 2013 im Stadtmuseum

Auch das Stadtmuseum Münster blickt auf eine Vielzahl von erfolgreichen Sonderausstellungen mit großer Themenvielfalt zurück. Mit jeweils über 9.700 und über 27.700 Besuchern waren die beiden Spielzeug-Ausstellungen der Jahre 2009 und 2013 besonders bei kleinen und auch großen Museumsgästen beliebt. Die unter Mitarbeit des Museums der Stadt Ratingen entstandene Barbie-Wanderausstellung von Karin Schrey und Bettina Dorfmann bot durch die Präsentation der Puppen und Häuser aus den letzten fünf Jahrzehnten sowohl etwas für Barbie-Liebhaber, stellte zugleich aber auch am Beispiel der Barbiepuppen die beliebtesten Berufsfelder von Mädchen und Frauen sowie deren Klischees vor. In der Playmobil-Ausstellung dagegen entfalteten über 5.000 fast 40 Jahre alte Playmobil-Figuren die Magie einer bunten Zirkuswelt. Die Spielzeug-Privatsammlung von Oliver Schaffer wurde durch Plakate und originale Requisiten berühmter Zirkuskünstler, die die Vielfalt historischer und aktueller Zirkusprogramme widerspiegelten, ergänzt. Aber auch an die in Münster auftretende Zirkusfamilie Corty-Althoff wurde erinnert. Mit Playmobil bestückte Spieltische luden zudem kleine Museumsgäste zum spielen und malen ein.

 

Künstlerinnen und Künstler in Münster

Fortwährend erinnerte das Stadtmuseum auch an bedeutende regionale Künstlergrößen: So im Jahr 2009 an Aloys Röhr (1887–1953) als einen der wichtigsten Vertreter des deutschen Nachkriegsexpressionismus und Mitbegründer der „Freien Künstlervereinigung Schanze“ im Jahr 1919/ 1920 sowie an die Textilkünstlerin Hanne-Nüte Kämmerer (1903-1981) als Mitbegründerin der Werkstatt Westfalenstoffe, die sie mit ihren bekannten Entwürfen bereicherte. Überregional bekannt wurde sie mit einem ihrer Stoffentwürfe, dem sogenannten Hähnchenmuster, das seit mehr als 75 Jahren gedruckt wird.

2002 und 2015 erinnerte das Museum an verschiedene Bildhauerinnen, die äußerst erfolgreich in der Nachkriegszeit in Münster tätig waren. Die Ausstellung zu Hilde Schürk-Frisch (1915-2008) zeigte anlässlich des 100. Geburtstags der Bildhauerin deren Kunstwerke, die damals im kriegszerstörten Münster neu benötigt wurden. In einer kleinen Eingangssequenz dieser Sonderausstellung wurde ebenfalls der drei münsterischen Bildhauerinnen Rika Unger, Ursula Bach-Wild und Erna Becker-Kahns gedacht.

In unterschiedlichsten Ausstellungen präsentierte das Museum auch bekannte Hochschullehrerinnen und -lehrer aus dem künstlerischen Bereich in Münster, wie im Jahr 2013 Rolf Escher mit seinen gezeichneten Dichterorten, der von 1976 bis 2000 Professor für freies Zeichnen und freie Graphik an der Fachhochschule Münster gewesen ist.

Die Künstlerin Lili Fischer während einer Performance in der Ausstellung „Lili Fischer Weg 65“ im Jahr 2013 im Stadtmuseum

Die Künstlerin Lili Fischer während einer Performance in der Ausstellung „Lili Fischer Weg 65“ im Jahr 2013 im Stadtmuseum

Im selben Jahr zeigte eine Werkschau Ausschnitte aus dem umfangreichen Werk der Künstlerin Lili Fischer. Darin wurde ihr Lebensweg als Wegstrecke, auf der sich „Gepäckstücke“ ihrer Lebens- und Schaffensphasen aus 65 Jahren schlängelten, inszeniert. Einzelne Museumskabinette nahmen zudem Arbeiten ihrer Akademiestudierenden, sogenannte „Studentennester“, auf. Die Teilnehmerin der documenta 8 und Trägerin des Deutschen Kunstkritikerpreises lehrte an verschiedenen Hochschulen und führte in den 1970er Jahren den Begriff der Feldforschung in die Kunst ein. Von 1994 bis 2013 unterrichtete sie an der Kunstakademie Münster. Im Jahr 2014 zeigte das Stadtmuseum sakrale und profane Gold- und Silberschmiedearbeiten des Künstlers Friedrich Gebhart (1914-1996) anlässlich seines 100. Geburtstags. Dieser war seit 1959 zunächst als Lehrer an der Werkkunstschule und später als Professor an der Fachhochschule für Design in Münster tätig. Auch an die Töpfermeisterin Irene Griepentrog-Brinkhaus (1924-1991) wurde im gleichen Jahr zum 90. Geburtstag erinnert. Diese hatte 1952 die Leitung der Abteilung Keramik an der Werkschule, der späteren Werkkunstschule in Münster, übernommen. Präsentiert wurde eine kleine Auswahl ihrer keramischen Arbeiten aus allen Schaffensperioden.

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