25 Jahre Stadtmuseum Münster an der Salzstraße

Hermann tom Rinks Gemälde des Kaufmanns Wilhelm van Oesen aus dem Jahr 1545 in Kabinett 8

Hermann tom Rinks Gemälde des Kaufmanns Wilhelm van Oesen aus dem Jahr 1545 in Kabinett 8

Seit 2009 befindet sich dort zudem das von der WGZ Bank gestiftete Gemälde des münsterischen Kaufmanns Wilhelm van Oesen aus der Hand des Malers Hermann tom Rink (1521–1596) von 1545. Auch die umfangreiche Sonderausstellung „805: Liudger wird Bischof – Spuren eines Heiligen zwischen York, Rom und Münster“ aus dem Jahr 2005 führte zu einer umfassenden Überarbeitung der Kabinette 1 „Die vorchristliche Zeit“ und 2 „Von der Domburg zur Stadt“ im darauffolgenden Jahr:

Das neugestaltete Kabinett 2 um 2006

Das neugestaltete Kabinett 2 um 2006

Neu erstellte Stadtmodell-Animationen, großflächige Inszenierungen zum Alltag der Menschen in der Zeit des 8. und 9. Jahrhunderts und die vom Stadtmuseum erarbeitete interaktive Animation der kostbaren Handschrift Vita Sancti Liudgeri aus der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz ermöglichen Besuchern fortan das frühmittelalterliche Münster anschaulicher zu erkunden. Im Jahr 2003 wurden die beiden Kabinette 18 „Napoleon – Die Zerschlagung der alten Ordnung“ und 29.1„Zweiter Weltkrieg“ durch Neuerwerbungen sowie durch moderne didaktische Präsentationen überarbeitet.Das Modell vom kriegszerstörten Münster erhielt in Kabinett 29.1 einen neuen Standort am Boden des Ausstellungsraumes und ist seitdem für Museumsgäste von oben begehbar.

Auch die Kabinette 24.1 „Erster Weltkrieg und Weimarer Republik“, 24.2. „Religiöses Leben“, 28 „Die Nationalsozialistische Gauhauptstadt“ und 33 „Kunst der 1920er bis 1940er Jahre in Münster“ wurden im darauffolgenden Jahr überarbeitet. Man fügte neue Objekte hinzu, veränderte Raumaufteilungen und nahm neue Inhalte auf. So verdeutlichte z. B. eine Vitrine in Kabinett 28 mit Gegenständen vor allem für den privaten Gebrauch an die Allgegenwart der NSDAP im alltäglichen Leben der Menschen. Zudem leitete das Kabinett nicht, wie zuvor noch mit dem Widerstand des Bischofs Clemens August Graf von Galen, sondern mit der Machtergreifung Hitlers ein. In Kabinett 3 „Die Hansestadt“ befindet sich seit 2004 ein interaktives Stadtmodell des 1906/1907 abgerissenen Straßenzugs „Drubbel“, das vom heutigen Förderverein Stadtmuseum Münster e.V. gestiftet wurde. 2006 erfuhr das Kabinett 30 zum Thema „Kriegsende und Wiederaufbau“ eine Neugestaltung. Zu den neuen Exponaten gehörten eine nachkriegszeitliche Mülltonne, ein Kassentisch, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln den unmittelbaren Neuanfang in der völlig zerstörten Stadt veranschaulichen. Seit dem Frühjahr 2007 erinnert das Kabinett 29.2 „Verfolgung und Vernichtung“ über eine zusätzliche Informationstafel an die vergessenen Opfergruppen der Gewalt des NS-Regimes. Die von der damaligen wissenschaftlichen Volontärin Dr. Wiebke Becker in Zusammenarbeit mit der Autorin Elisabeth Zöller und Karin Klas vom Verein „Spuren-Finden – Erinnern und Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus e.V.“ erarbeitet worden ist. Diese verleiht auch den nicht-jüdischen Opfern wie kirchlichen und politischen Oppositionellen, Sinti und Roma, Homosexuellen, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern und gesellschaftlichen Randgruppen wieder ein Gesicht. Im Jahr 2007 gestaltete das Stadtmuseum auch sein Kabinett 32 zum Thema „Vom Wirtschaftswunder zur Gegenwart“ um. Es erhielt nicht nur eine neue farbliche Gestaltung, sondern wurde neben zahlreichen historischen Objekten, Filmen und Fotos zur Geschichte Münsters ab den 1950er-Jahren auch um Computerterminals mit Statistiken zu aktuellen Entwicklungen und Themen erweitert. Kurz zuvor vermachte der ehemalige Bundestagsabgeordnete aus Nienberge Helmuth Becker dem Stadtmuseum seinen originalen Parlamentsstuhl aus dem ersten Plenarsaal des Bundestages in Bonn, der seitdem im Kabinett zu sehen ist.

 

Neue Themen in der Schausammlung:

Das Kabinett 23 zeigt das rekonstruierte Wohnzimmer Bernhard Pankoks in seinem Sommerhaus in Baierbronn

Das Kabinett 23 zeigt das rekonstruierte Wohnzimmer Bernhard Pankoks in seinem Sommerhaus in Baierbronn

Durch Neuerwerbungen entstanden auch neue Schwerpunkte in der Schausammlung : So erhielt der bedeutende in Münster geborene Künstler Bernhard Pankok (1872–1943) als einer der führenden Kunsthandwerker des Jugendstils im Jahr 2001 ein eigenes Kabinett. Sein Werk umfasst nicht nur die Gemälde, sondern auch viele Bereiche des Kunsthandwerks und der Innenarchitektur. Das Wohn- und Speisezimmer seines eigens konzipierten Sommerhauses in Baierbronn markiert einen Höhepunkt in der umfangreichen Schausammlung des Stadtmuseums: Seine Raumschale mit Deckenstuck und umlaufendem Wandfries wurde rekonstruiert und zeigt das einzige erhaltene, vollständige Einrichtungsensemble des Künstlers. Die meisten Möbel, Gemälde und kunsthandwerklichen Objekte konnten vom Förderverein erworben werden, der auch die Finanzierung der Raumrekonstruktion übernommen hatte.

Im darauffolgenden Jahr wurde das Kabinett 4 zum Thema „Stiftungen im Spätmittelalter“ neu eröffnet, das neben kostbaren Exponaten auch Funktion und Bedeutung der Stiftungen seit 1150 veranschaulicht.

Bis 2004 konnten sich Besucher in Kabinett 22 (linkes Foto) zu der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und der Epoche des Biedermeiers informieren, danach erhielt sie ihr eigenes Kabinett (rechtes Foto).

Bis 2004 konnten sich Besucher in Kabinett 22 (linkes Foto) zu der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und der Epoche des Biedermeiers informieren, danach erhielt sie ihr eigenes Kabinett (rechtes Foto).

2004 erhielt Annette von Droste-Hülshoff im Eingangsbereich zum zweiten Obergeschoss ein eigenes Kabinett. Zuvor war an die Dichterin in Kabinett 22 in der Abteilung zum Biedermeier erinnert worden. Die neue Inszenierung besteht seit 2004 unter anderem aus einer großformatigen Inszenierung einer Zeichnung der Schriftstellerin von ihrem Arbeits- und Wohnzimmer auf Haus Rüschhaus um 1830. Über eine Hörstation werden Gedichte, Kompositionen und Briefe zugänglich gemacht.

Im Herbst 2007 wurde in Erinnerung an die Schrecken der Bombenangriffe auf Münster im Zweiten Weltkrieg das Kabinett 29.1 mit der Rekonstruktion eines Luftschutzkellers nach den historischen Bauvorschriften ergänzt. Objekte, wie Teile des Mobiliars oder die Luftschutzausrüstung, wurden dem Stadtmuseum als Schenkung aus privater Hand überlassen.

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