25 Jahre Stadtmuseum Münster an der Salzstraße

Teil 3: Das Stadtmuseum Münster von 1999 bis 2008:
Die Schausammlung im Umbau

von Lena Wandkowsky M.A.

Nicht nur der Sammlungsbestand und die Schausammlung des Stadtmuseums Münster, sondern auch die Präsentation seiner Ausstellungsobjekte hat sich in den letzten 25 Jahren immer wieder verändert. Seit der Wiedereinrichtung der Kabinette zur Ausstellung „30-jähriger Krieg, Münster und der Westfälische Frieden“ im Jahr 1998 wurden fast alle 33 Schausammlungskabinette unter Berücksichtigung veränderter Rezeptionsgewohnheiten der Menschen, neu hinzugewonnener Objekte und neuer Techniken der Vermittlung überarbeitet:

Die Umgestaltungen der Kabinette:

Die Stadtgeschichte wurde und wird fortwährend in großen Präsentationen wissenschaftlich aufgearbeitet und die daraus gewonnenen und in den Ausstellungen präsentierten neuesten Forschungsergebnisse hinterher als modifizierte Umsetzungen in das Konzept der entsprechenden Schausammlungskabinette eingebracht.

Das Kabinett 7 vor (linkes Fotos) und nach (rechtes Foto) seiner Umgestaltung im Jahr 2002.

Das Kabinett 7 vor (linkes Fotos) und nach (rechtes Foto) seiner Umgestaltung im Jahr 2002.

 

Ein Beispiel hierfür sind die Kabinette 5 „Reformation“, 6 „Beginn der Täuferherrschaft“ und 7 „Das Königreich der Täufer“, die nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der vorausgegangenen großen Sonderausstellung „Das Königreich der Täufer“ umfangreich umgestaltet wurden: So erhöhte man 2002 die zuvor abgehängten Decken der Täuferkabinette auf die Höhe der angrenzenden Räume, passte schräg gestellte Wände dem Zuschnitt der anderen Räume an und führte Möglichkeiten für eine museumsgerechte Beleuchtung aus. Dies schuf Platz für weitere Inszenierungen und Präsentationen.

Die Kabinette 6 (linkes Foto) und 7 (rechtes Foto) mit dem Täuferbett um 2002

Die Kabinette 6 (linkes Foto) und 7 (rechtes Foto) mit dem Täuferbett um 2002

 

Ebenso wie in der Sonderausstellung setzte man auch in Kabinett 6 eine Inszenierung der Stadtmauer um. Raumfüllende Exponate wie das restaurierte „Täuferbett“ aus der Zeit um 1560, das zuvor in der Sonderausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, fand nun, als seltenes Exemplar für ein reich verziertes norddeutsches Prunkbett, bis zum Jahr 2010 Platz in Kabinett 7. Eine Inszenierung der Kanzel Bernhard Rothmanns, der zu der Zeit der Täufer einer der Hauptprediger in Münster war, befindet sich seit 2002 in dem neu gestalteten Kabinett 5. Dort können Auszüge aus seinen niederdeutschen Predigten sowie hochdeutsche Übersetzungen abgerufen werden, die Bernhard Rothmann einst auf dem Platz vor der St. Lambertikirche hielt. Damit die Technik und die Ausstattung in den Ausstellungsräumen einem gleichen Standard entsprachen, führte man noch im selben Jahr die Umgestaltung von mehreren Kabinetten durch. So wurde auch das Kabinett 8 „Blüte der Bürgerstadt und Gegenreformation“ überarbeitet: Neue wertvolle Zeugnisse, Leihgaben von Bruderschaften, Gilden und Privatleuten wurden gemeinsam mit einem silber-vergoldeten Deckelhumpen erstmals präsentiert.

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