Biographie von Elisabet Ney

1871–1889: Neuanfang als Farmerin und Rückkehr zur Bildhauerei
Statue König Ludwigs II.

Statue König Ludwigs II.

1871–1874
Elisabet Ney hat das Gipsmodell der Königsstatue Ludwigs II. noch im Dezember 1870 außer Landes gebracht und in Berlin im Uhrsaal der Akademie der Künste ausstellen lassen. Über drei Jahre versucht der Special-Commisär Gottfried Neureuther erfolglos, Elisabet Ney dazu zu bewegen, die Ausführung des Gipsmodells der Statue König Ludwig II. in Marmor zu bewerkstelligen. Erst 1894 wird die Skulptur durch Franz Ochs in Marmor vollendet.

29. Januar 1871
Elisabet Ney kommt in New York an.

17. Februar 1871
Ankauf zweier Farmen in Thomasville/Georgia: Elisabet Neys Vorstellungen über eine Musterkoloniegründung in Amerika scheitern kurz darauf.

Sommer 1871
Elisabet Ney bringt ihren ersten Sohn Arthur in Thomasville/Georgia zur Welt.

10. Oktober 1872
Elisabet Neys zweiter Sohn Lorne wird in Red Wing/Minnesota geboren.

1873
Elisabet Neys Sohn Arthur stirbt.

08-02-300-0834. März 1873
Ankauf der Liendo-Plantage bei Hempstead („Waller County“) in Texas und Umsiedlung der gesamten Familie.

Januar 1879
Elisabet Ney entwickelt eine Feldbahn. Das Patent wird durch einen Agenten in Paris angemeldet.

22. Oktober 1879
Elisabet Neys Vater, Johann Adam Ney, stirbt; ihre Mutter ist bereits am 5. Januar 1872 verstorben. Erbstreitigkeiten mit Elisabet Neys Bruder Friedrich folgen.

1882
Elisabet Ney porträtiert den Gouverneur von Texas Oran Roberts.

1886/1887
Elisabet Ney fertigt die Büste von ihrem 15-jährigen Sohn Lorne Montgomery, die unter dem Titel Junger Violinist bekannt ist.

1887
Elisabet Ney fertigt die Büsten von Julius Runge und seiner Frau Johanna sowie von Ashbel Smith.

 

1890–1907: Die zweite Bildhauer-Karriere in Texas

September 1890
Elisabet Ney veranstaltet eine Werkschau in Galveston und San Antonio/Texas.

1892
Elisabet Ney geht nach Austin, der Hauptstadt von Texas; Edmund Montgomery bleibt auf der Farm Liendo. Sie entwirft ihr Ateliergebäude im antiken Stil im Vorstadtgebiet „Hyde Park“ von Austin und lässt es in Stein errichten.

Bildnisbüste Otto von Bismarck

Bildnisbüste Otto von Bismarck

1893
Elisabet Ney lässt ihre Genien-Gruppe Sursum und die Otto von Bismarck-Büste aus München für die Weltausstellung nach Chicago versenden. Die Genien-Gruppe Sursum zerbricht beim Transport.

1893
Elisabet Ney fertigt eine Büste von Sam Houston sowohl als junger als auch als alter Mann.

1894
Gründung der „Association of the Texas Academy of the Liberal Arts“, die die Errichtung einer Kunstakademie verfolgt. Elisabet Ney wird die Präsidentin.

1894
Das Standbild Königs Ludwig II. in Marmor ist fertig, ausgeführt durch den Berliner Bildhauer Franz Ochs. Dieser hat die Ausfertigung in Marmor auf eigenes Risiko übernommen. Im Herbst wird das Werk auf der Internationalen Kunstausstellung in München gezeigt.

Statue König Ludwigs II.

Statue König Ludwigs II.

1895
Die Marmorstatue König Ludwig II. wird an den bayerischen Staat verkauft. Diese wird auf Königsschloss Linderhof aufgestellt.

3. September 1895
Elisabet Ney reist von New York über Hamburg nach Werne, Berlin und München.

1895/1896
Elisabet Ney fertigt bei ihrem Berlin-Aufenthalt eine Otto von Bismarck-Büste in Marmor, die Elisabeth Wentzel-Heckmann 1896 der Alten Nationalgalerie schenkt.

1896
Elisabet Ney fährt nach München und sucht ihren gefesselten Prometheus von 1866, der aus dem Odysseus-Saal der Residenz, ihrem früheren Atelier, verschwunden ist.

Juni 1896
Elisabet Ney reist nach Österreich und besucht Königin Marie von Hannover im Exil. Dort führt Elisabet Ney das Medaillon König Georgs V. aus und erhält dafür 310 Dollar.

8. September 1896
Elisabet Ney tritt die Rückreise nach Galveston/Texas an.

10. September 1896
Elisabet Ney hat in Berlin gehört, dass ein Reiterstandbild für Münster geplant wird. Aus diesem Grund wendet sie sich brieflich an Graf Friedrich von Landsberg-Velen und fragt, ob er etwas für sie in dieser Angelegenheit tun kann. Ney betont, dass die Ausführung des Franz von Fürstenberg-Denkmals auf dem Domhof in Münster nur eine leicht veränderte und schlechte Kopie ihrer Statue für das Ständehaus ist. Sie erinnert an die damalige Kritik, dass eine Frau keine männliche Persönlichkeit modellieren könne.

11. September 1896
Elisabet Ney fragt den Landeshauptmann Oberregierungsrat Overweg in Münster in einem Brief, ob ihre vier Gipsstatuen im Ständesaal des Westfälischen Provinziallandtages in Münster vor dem Abbruch des Gebäudes nicht in dauerhafteres Material übertragen werden könnten. Die Ausführung der Figuren in Marmor wird im April 1904 abgelehnt und münsterische Bildhauer mit der Ausführung in Baumberger Sandstein beauftragt.

1897
Elisabet Ney und Benedette Tobin streiten sich wegen der Rechte an der Stephen F. Austin-Statue; Grund ist die mögliche Aufstellung einer Austin-Statue in Marmor im Kapitol in Washington D.C. Es kommt zum Bruch der Freundschaft, da Ney gegen Tobin klagt. Ney erhält die Rechte am Modell der Austin-Statue und kann diese somit so oft vervielfältigen, wie sie es möchte.

1901
Elisabet Ney porträtiert den Senator Joseph B. Dibrell.

1901
Elisabet Ney unterzeichnet den Vertrag für die Ausführung der Statuen von Sam Houston und Stephen F. Austin in Marmor für das Kapitol in Austin und der Sam Houston-Statue für das Kapitol in Washington D.C.

Grabmal von General Albert Sidney Johnston

Grabmal von General Albert Sidney Johnston

1902–1904
Elisabet Ney erarbeitet ein Modell für das Grabmal von General Albert Sidney Johnston.

1902
Elisabet Ney unterzeichnet den Vertrag für die Fertigung der Stephen F. Austin-Statue für die National Statuary Hall im Kapitol in Washington D.C. Ney unterzeichnet den Vertrag für die Ausführung des Grabdenkmals von General Albert Sidney Johnston.

24. September 1902
Elisabet Ney und Edmund Montgomery reisen nach Deutschland. Die Bildhauerin fährt nach Berlin und überwacht die Ausführung der Statuen von Stephen F. Austin und Sam Houston sowie des Medaillons von Ella Dibrell und der Büste des Senators Joseph B. Dibrell in Marmor.

28. November 1902
Elisabet Ney tritt ihre Rückreise in die USA an.

08-02-300-0701903
Elisabet Neys Studio ‚Formosa‘ in Austin wird umgestaltet und der Turm angebaut. Edmund Montgomery zieht zu Elisabet Ney nach Austin. Ihr Sohn Lorne übernimmt die Plantage Liendo in Hempstead vollständig.

1903
Elisabet Ney schenkt der Sängerin Ernestine Schumann-Heink eine Miniaturreplik der Statue Lady Macbeth. Die Arbeiten zu diesem Werk haben bereits ein Jahr zuvor begonnen; zu den wichtigen Studien für diese Statue gehört diese Aktskizze.

1903
Der Bildhauer Lorado Taft besucht Elisabet Ney in ihrem Atelier.

Sam Houston-Statue und Stephen F. Austin-Statue

Sam Houston-Statue und Stephen F. Austin-Statue

19. Januar 1903
Aufstellung der Sam Houston- und Stephen F. Austin-Statuen im Kapitol zu Austin

Dezember 1903
Elisabet Ney reist erneut nach Europa, um die Ausführung von weiteren Werken in Marmor zu überwachen und Skulpturen aus ihrer europäischen Zeit mit nach Austin zu nehmen.

Januar bis April 1904
Elisabet Ney besucht die Familie Lueder in Werne (Verwandte mütterlicherseits) und fährt dann nach Berlin und Seravezza/Italien. Dort ist sie bei Antonio Bocci in Italien und arbeitet an der Marmorumsetzung ihrer Christus-Büste. Ihr Gehilfe ist mit der Houston-Statue beschäftigt. Außerdem wird die Ausführung der Statue Lady Macbeth in Marmor begonnen.

19. April 1904
Elisabet Ney kehrt zurück in die USA, Aufenthalt in Washington D.C. und danach in St. Louis/Missouri.

Grabmal von General Albert Sidney Johnston

Grabmal von General Albert Sidney Johnston

30. April bis 1. Dezember 1904
Die Weltausstellung in St. Louis/Missouri findet statt. Elisabet Ney erhält die Bronzemedaille für das Grabmal von General Albert Sidney Johnston.

1905
Elisabet Ney nimmt die Ausführung der Statue Lady Macbeth in ihrem Atelier in Austin wieder auf.

1906
Elisabet Ney beschäftigt den italienischen Marmorarbeiter Cosimo Docchi aus Seravezza zur Unterstützung bei der Ausführung einiger Arbeiten (z.B. der Statue Lady Macbeth) in Marmor.

Mai 1907
Elisabet Ney erleidet einen Herzinfarkt.

29. Juni 1907
Elisabet Ney stirbt und wird auf der Farm Liendo in einem Eichenwäldchen vor ihrem Haus, das sie sehr geliebt hat, beerdigt.

1907, nach Elisabet Neys Tod
Elisabet Ney wird posthum die Auszeichnung „Ehrendiplom einer Tochter Texas“ des Staates Texas verliehen.


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